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Dursley Pedersen Gentlemans Model A 1907

 

Zum Kultobjekt hat sich das „Hängematten-Fahrrad“ (wegen seines Sattels so genannt) in England entwickelt. Originale Maschinen erzielen Höchstpreise bei Auktionen, es gibt eigene Markenclubs, und zum Sterbetag seines Erfinders und Konstrukteurs Mikael Pedersen pilgern Dutzende Fans mit ihren Rädern an sein Grab.

Pederse, ein Brückenbauingenieur, hatte 1892 in Kopenhagen begonnen, rund um einen von ihm erdachten, geflochtenen Sattel ein Fahrrad aus Holz zu entwickeln. Zwei Jahre später emigrierte er ins Fahrrad-Pionierland England, errichtete in Dursley eine Fabrik und stellte seine Fahrräder in Serie her – jetzt mit einem Rahmen aus dünnen, sich mehrfach kreuzenden Stahlrohren. Aus 21 Dreiecksverbindungen besteht diese Konstruktion! Der Vorteil liegt im geringen Gewicht bei hoher Stabilität (der Rahmen wiegt gerade einmal 1,5 Kilogramm!) Das bewährte sich so gut, dass Pedersen Räder sogar in einer besonderen Klappversion speziell für den Militärdienst gebaut wurde. Bis zum ersten Weltkrieg gab es die Pedersen Maschinen in sieben verschiedenen Rahmenhöhen (hier die Nr. 6) und auch in Damen-Ausführungen. Das Luxusmodell Royal hatte einen verkupfert- und anschließend vernickelten Rahmen, und eine eigenentwickelte Dreigang Nabenschaltung, die zwar der von Sturmey Archer ähnelt, aber doch eigenständige Konstruktionsmerkmale aufweist.

Seit 20 Jahren erlebt das Hängemattenrad als „Kopenhagen-Pedersen“ eine Renaissance. Dieses moderne Fahrrad ist jetzt mit modernen Schaltungen ausgerüstet, es gibt Rennausführungen, Tandems, und nur 5 Exemplare wurden sogar mit Fendt Kardanantrieb ausgestattet. Heute genau wie früher hat ein Pedersen seinen Preis und gilt auch wieder als Kultobjekt für Sammler, denn originale Dursley Pedersens sind außerhalb Englands ohnehin kaum zu bekommen. Und wenn, dann im Schrottzustand wie dieses Exemplar aus 1907, das eigentlich nur mehr von der Farbe zusammengehalten wird und höchstens als Anschauungsobjekt im Museum, aber sicher nicht mehr zum Fahren taugt …

 

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