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Hirondelle Retro Derailleur 1928

 

„Hirondelle“ (übersetzt heißt das „Schwalbe“) hießen die Fahrräder der Manufacture Francaise d’Armes et Cycles, einer Fahrrad- und Waffenfabrik mit Sitz in St. Etienne. In dieser Stadt nahe der italienischen Grenze ist die französische Schwerindustrie zu Hause, St. Etienne ist also das, was für Österreich Graz oder für Großbritannien Coventry ist.

Die Marke „Hirondelle“ gibt es seit den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts, unter Sammlern am bekanntesten (und begehrtesten) ist das Hirondelle Safety mit seinem typischen geschwungenen Zentralrahmen und dem wie Widderhörner gebogenen Lenker, was zusammen gewisse Dämpfungseigenschaften ergeben sollte.

Kurz nach 1900 war die Zeit, als überall intensiv an der Entwicklung von Schaltungen gearbeitet wurde. 1905 zB. kam die Fichtel & Sachs „Doppeltorpedo“ Nabenschaltung auf den Markt, im selben Jahr brachte Terrot das Levocyclette mit Schwinghebelantrieb und der komplizierten 10 Gang Schaltung (eine Weiterentwicklung des schwedischen Svea). Einfacher machte es sich Hirondelle: beim Retro Direct (oder Retro Derailleur) läuft die Kette gleichzeitig über zwei Zahnkränze und eine Umlenkrolle. Beide Zahnkränze verfügen über einen eigenen Freilauf, der aber jeweils in eine verschiedene Richtung wirkt. Wen man ganz normal nach vorne tritt, treibt die Kette das kleine Ritzel an, man befindet sich also im schnellen, dem 2. Gang. Tritt man aber rückwärts (so wie man bei einem heimischen Rad die Rücktrittbremse betätigen würde), dann wird das große Ritzel angetrieben, das ist die Anfahr- oder Bergübersetzung. Nach Rückwärts zu treten, gleichzeitig aber nach vorne zu fahren, ist natürlich gewöhnungsbedürftig und sorgt für Heiterkeit bei Beobachtern. Das System ist aber durchaus wirkungsvoll und kommt bei modernen Rädern wieder zur Anwendung.

Diese „Schwalbe“ ist aus den späten 20er Jahren, befindet sich großteils noch im Originalzustand und ist voll funktionstüchtig.


 

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