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im Visier: das Salzkammergut - Tummelplatz der radfahrenden High-Society

 
Ausflug in die Umgebung, natürlich adäquat gekleidet - posiert wurde allerdings meist im Studio
 

Der Kurort Bad Ischl im Herzen des Salzkammerguts erlebte seinen Höhepunkt in der Zeit zwischen ca. 1850 bis zum Ausbruch des ersten Weltkrieg 1914 als Sommerresidenz von Kaiser Franz Joseph I. Besonders um die Jahrhundertwende kam in seinem Gefolge nicht nur beinahe der gesamte Hofstaat, auch zahlreiche Bohemiens, Adabeis und Künstler folgten dem Adel auf den Fuß. Besonders sie waren es, die das neue Lieblingsspielzeug der Neureichen im Gepäck hatten: das Fahrrad. Von Ischl schwärmten die Radler ins gesamte Salzkammergut aus, und schlussendlich konnte sich auch die blaublütige Jugend trotz anfänglicher Ablehnung der neuen Trendsportart nicht länger entziehen. Ein begeisterter Radfahrer war zB. der Volksradfahrer Alexander Girardi (der später als einer der ersten Automobilisten in Bad Ischl für Furore sorgte) oder der K&K kritische Dichter Arthur Schnitzler, der das Salzkammergut als Ausgangspunkt für Touren sogar bis ins Ausland wählte. Unbestritten prominenteste Radlerin hierzulande war aber Kronprinzessin Stephanie von Belgien, die entgegen dem Willen ihres Schwiegervaters (Kaiser Franz Joseph stand Zeit seines Lebens allen technischen Neuerungen mehr als skeptisch gegenüber) mit ihrem Waffenrad fleißig unterwegs war – allerdings immer in Begleitung von Erzherzögen und Herzoginnen sowie natürlich als „dienstbare Geister“ getarnten „Bodyguards“.

 

stolzer Waffenrad-Besitzer - auch die Ischler Post war mit Fahrrädern ausgerüstet, ebenso wie die Gendarmerie

 

Das Hand- und Tourenbuch des Bundes deutscher Radfahrer listet in seiner Österreich Ausgabe von 1898 drei im Salzkammergut beheimatete Radfahrclubs auf:
In der Bezirkshauptstadt wurde im Jahr 1894 der Gmundner Radfahrclub gegründet. Seine Showfahrten und Rennen mussten die 121 eingetragenen Mitglieder des Vereins in Ermangelung eines eigenen Tracks auf der Stadteigenen Trabrennbahn durchführen.
Besser ging es da dem schon 1892 gegründeten Ischler Radfahrclub (die Salinenstadt im Herzen des Salzkammerguts war damals noch keine Kurstadt und trug daher noch nicht den Beinamen „Bad“). Dieser Verein, dessen Mitgliederstand bei Drucklegung mit 94 angegeben ist, verfügte über eine eigene Corsobahn (gelegen in der Kaltenbachau), die auch von Mitgliedern des Hochadels, allen voran Kronprinzessin Stephanie, gerne und häufig besucht wurde.Und letzter im Bund der drei ist der Salinen- und Arbeiterort Ebensee, der dort ansässige Ebenseer Radfahr-Verein entstand erst 1897, leider ist keine Mitgliederanzahl angegeben.

 
Ebensee: Aufmarsch zum 1. Mai, angeführt von einer Fahrradgruppe - Aufstieg zum Mitteregger mit Fahrrädern!!
 

Das Thema „Salzkammergut“ ist – passend zur Landesausstellung - Schwerpunkt der heurigen Sonderausstellung im Oldtimermuseum „Rund ums Rad“ in Altmünster. Fotos, zeitgenössische Medientexte, aber hauptsächlich Fahrräder aus österreichischer Produktion und liebevoll arrangiertes Zubehör erzählen so manche Geschichte über die Blütezeit des Volksradsports während der K & K Zeit im Salzkammergut.

 

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