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„Als Vereinswesen bezeichnet man das Recht der Staatsbürger, zu gemeinsamen Zwecken sich zu vereinigen und gemeinsame Ziele gemeinsam anzustreben“ – so definiert Wikipedia das Vereinswesen.

Vereine kennt man seit dem frühen 15ten Jahrhundert. So richtig in Schwung kam die Neigung der Menschen, sich zu Vereinen – meist zwecks gemeinsamer Freizeitgestaltung oder Ausübung eines Hobbys – mit dem aufblühenden Industriezeitalter Mitte des 19ten Jahrhunderts. Bienen- und andere Tierzüchter, Briefmarkensammler, Blas- und andere Musikanten, Studenten, Rentner, Kulturschaffende, Sportler aller Art, Raucher/Nichtraucher, Sammler, Jäger, Fischer, Bergsteiger, Wanderer, Automobilisten und natürlich Radfahrer (denn um die geht’s hier peripher), sie alle schlossen sich zu Clubs, Verbänden und Vereinen zusammen, um eine gemeinsamen Leidenschaft zu frönen.

Früher waren Vereine straffer als heute organisiert, manchmal fast militärisch, bis hin zum Erstellen einer Rangordnung mit Befehlsgewalt. Dazu gab es neben der Satzung auch Insignien, mit denen sich die Mitglieder nach außen präsentierten. Sind es heute bestenfalls Shirts, vielleicht ein Anzug und ein Emblem oder eine Anstecknadel mit dem Vereinslogo, war das früher anders: Uniformen, eine eigene Fanfare, die meist mittels eines Horns gespielt wurde, Schärpen zum Umlegen, eine Vereinsfahne und Wimpeln, besondere Kopfbedeckungen, manchmal sogar eigene Barttrachten und Tätowierungen vermittelten den Mitgliedern Zugehörigkeit zur Gemeinschaft.

Hier beschäftigen wir uns mit dem speziellen Utensil „Trinkhorn“, das ebenfalls unverzichtbarer Bestandteil jeder Vereinsversammlung war. Leer war es ein

Dekorationsobjekt, das im Vereinslokal oder am Stammtisch blieb, zur sichtbaren Markierung des Hoheitsgebiets. Gefüllt wurde es herumgereicht, wobei jeder sich an diesem Umtrunk zu beteiligen hatte. Weil es sich bei den hier gezeigten speziell um Trinkhörner aus dem Fundus des Fahrradmuseum Altmünsters (www.radmuseum.at) handelt, sind diese großteils aus dem ehemaligen Besitz von Fahrradvereinen und wurden bei gemeinsamen Ausfahrten von einem eigens dafür bestimmten Verantwortlichen mitgeführt. Auf den Hörnern angebrachte Schilder stellen das Vereinswappen dar, meist steht auch das Jahr der Gründung darauf.

Das Trinkhorn als reiner Gebrauchsgegenstand selbst ist schon uralt, auf 25.000 Jahre alten Abbildungen kann man bereits welche erkennen. Besonders viele Artefakte dieser Art sind aus der Bronzezeit überliefert, neben den Kelten wurden sie aber auch von den Germanen, Griechen und Römern gerne gebraucht. Es gab sie in allen Größen und Formen, Materiallieferanten waren meistens (Auer)ochsen und Stiere, aber auch Elefanten- und Nashornstoßzähne wurden ausgehöhlt und verwendet. Wikinger und Inuit (Eskimos) benutzten sogar die Zähne von Narwalen!

Im Mittelalter wurden die Hörner mit Beschlägen aus Edelmetallen veredelt und auf kunstvollen Halterungen abgestellt. Für Vereinszwecke wurden sie zusätzlich noch mit Deckeln, Figuren, Bändern, Schleifen und Kordeln verziert. Auf Auktionen und in Antiquitätenläden erzielen sie heute hohe Preise, die sich nach Alter, Rarität, Größe, Verzierung und Vollständigkeit orientieren. Man kann diese Sammlung aus dem Oldtimermuseum also durchaus als Wertanlage hochschätzen!







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